Zurück zu Ratgeber

Wissenschaftliche Studien

Wissenschaftliche Studien, die belegen, dass…

… 1.) Menschen in der Steinzeit durch Ihre Ernährung deutlich weniger Krankheiten hatten

Freese Institut für angewandte Psychoneuroimmunologie

http://www.freese-institut.de/wissenschaft/eigenestudien/ (Stand: 11.08 19:50 Uhr)

  • Zur Paleo Studie vom 16. – 20. Juli 2014 (Bollendorf in der Südeifel)

Einsteigen möchte ich mit folgendem Zitat von Professor Muskiet

„Nothing in medicine makes sense, except in the light of evolution“ (Prof. Muskiet)

Dieses Zitat besagt, dass nichts in der Medizin einen Sinn ergeben würde ohne die Betrachtung der Evolutionsgeschichte. Diese hat nämlich einen sehr großen Einfluss auf die Medizin.

Die Studie besagt unter anderem, dass die Steinzeit den Menschen tief in den Genen verankert ist. Daher werden seit 2011 die Auswirkungen einer paleolithischen Lebensweise auf den menschlichen Organismus untersucht. Unter paleolithische Lebensweise wird ein Leben ohne technische Hilfsmittel, geprägt von hohen Bewegungsumfängen und wenigen Mahlzeiten, verstanden. Unsere steinzeitlichen Vorfahren mussten schließlich täglich lange Wanderungen tätigen, um in die lukrativen Jagdreviere gelangen oder entlegene Wasserquellen aufspüren zu können. Das Überleben der gesamten Gruppe hatte hierbei die höchste Priorität. Daher ist der Mensch genetisch optimal angepasst an Nahrungskarenz und Wassermangel.

Der moderne Lifestyle heutzutage hat uns Energie und Wohlstand im Überfluss beschert. Zu jeder Tag- und Nachtzeit können wir an jeder Ecke Nahrung aufnehmen. Bewegung ist zum Luxusgut geworden, der bedauerlicherweise keinen existentiellen Nutzen mehr erfüllt.

Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollen wir zu allem Überfluss auch noch ständig trinken. Das Ergebnis unseres unnatürlichen Verhaltens sind die moderen Killer-Erkrankungen wie beispielsweise chronische Entzündungen, Infarkte im Herzkreislaufsystem, Diabetes, Krebs, Alzheimer und Autoimmunerkrankungen – viele davon waren vor 100 Jahren noch unbekannt. Seit Erfindung von Kühlschrank, Verbrennungsmotor, Fast Food, Mobilfunk und Internet haben wir unsere Umwelt dramatisch verändert.

2.5 Mio Jahre hat sich der Mensch an die Natur angepasst. Seit knapp 100 Jahren passen wir die Natur an uns an – was ein Leben im totalen Nahrungsüberfluss, in ständiger Reizüberflutung und im chronischen Bewegungsmangel, an das sich unser steinzeitlicher Genom noch nicht adäquat anpassen konnte, bedeutet.

Aus paleoanthropologischen Funden weiß man ziemlich genau, dass unsere steinzeitlichen Vorfahren nur selten an den diesen neuen Killer-Erkrankungen litten. An den wenigen heute noch ursprünglich lebenden Naturvölkern wie die Inuit, Hadza, iKung oder die australischen Aboriginals lässt sich das heute noch beobachten. Seitdem der westliche Lifestyle auch in diesen Urvölkern allmählich Einzug hält, tauchen dort die gleichen Erkrankungsbilder wie in den Europa, USA oder Asien auf.

In diesen Paleo Studien werden die Lebensbedingungen der Steinzeit für wenige Tage aufgelebt. Dabei werden umfangreiche Blutparameter erhoben, sowohl die körperliche Leistungsfähigkeit als auch die Lebensqualität gemessen.

Eine kurze Auszeit vom Stress geplagten Lifstyle unserer Multitasking-Gesellschaft scheint vor allem die Entzündungs- und Insulinwerte positiv zu beeinflussen.

 

  • Paleoernährung – die basische Steinzeiternährung im Detail

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/paleoernaehrung.html (Stand: 11.08 20:20)

 

  • Was versteht man unter moderner Paleoernährung?

Die dahinter stehende Überlegung der Paleoernährung ist die Tatsache, dass unsere Biologie und Umweltfaktoren mit unserer Lebensweise heutzutage immer schlechter zusammenpassen.

Der entscheidene Punkt ist, dass durch die Nachahmung der Lebensweise unserer sammelnden und jagenden Vorfahren der zivilisiert-moderne Mensch demnach den Weg zurück zu besserer Gesundheit finden und einen gewissen Schutz vor chronisch-degenerativen Krankheiten erfahren könnte. Die Idee des Paleo-Lifestyles ist es also, den Lebensstil unserer nomadisch lebenden, jagenden und sammelnden Vorfahren unter Nutzung der Errungenschaften der Moderne nachzuahmen – wohlwissend, dass die Ernährung nur EIN Lebensbereich darstellt und ausserdem ein Weg zurück in die Steinzeit weder möglich noch erstrebenswert ist.

 

  • Wie aß man in der Steinzeit?

Da vom Paläolithikum (Altsteinzeit) heute nur noch steinerne Überreste übrig geblieben sind, ist es unmöglich die Steinzeiternährung der Menschen zu 100 Prozent festzulegen. Nicht zuletzt deshalb, da sich der Zeitraum des Paläolithikums über mehr als 150.000 Jahre erstreckte (ca. 200.000 v. Chr. bis vor ca. 12.000 Jahren). Wie heute schon hat es ausserdem stets kulturelle und saisonale Unterschiede im Ernährungsverhalten unserer Vorfahren gegeben. Dennoch gibt es bestimmte Grundmuster, die durchaus jeder Variation der Paleoernährung zugrunde liegen dürften:

 

  • Jegliche Erzeugnisse von Ackerbau und Viehzucht, beides erst vor rund 12.000 Jahren erfunden, wurden höchstens in marginalen Mengen verzehrt (z.B. Getreide, Milch, Hülsenfrüchte)
  • Jegliche Weiterverarbeitung wie sie heute die Nahrungsmittelindustrie betreibt, war nicht existent (Zusatzstoffe, Pasteurisierung etc.)
  • Jegliche Lebensmittel waren von höchster Qualität und wuchsen natürlich auf. Pflanzen gediehen auf fruchtbaren Humusböden, ohne Kunstdünger und ohne Pestizide. Tiere lebten mit ihrer natürlichen Nahrung in freier Wildbahn und kamen weder mit Kraftfutter (Mais und Gen-Soja) noch mit Medikamenten in Berührung.

 

Im Folgenden werden die Lebensweisen der gronländischen Inuit (Inuuk / ‘‘Eskimos‘‘) und der Kitavi (auch Melanesier genannt) von der tropischen Insel Papua Neuguinea näher betrachtet.

 

1.)    Die Steinzeiternährung der Inuit

Die Inuit werden gerne als Beispiel für eine urtümliche Ernährung herangezogen, die ausschliesslich auf Fleisch und Fisch basiert. Diese Nahrungsmittelauswahl ist jedoch am äussersten Rand eines Spektrums menschlich tolerierbarer Ernährung anzusiedeln und hat ihren historischen Ursprung im Bevölkerungswachstum und der damit einhergehenden Notwendigkeit zur Migration in polare Gefilde. Ausserdem ist es durchaus fraglich, ob das Vorurteil von der rein tierischen Ernährung der Inuit wirklich stimmt.

Was richtig ist, ist, dass den Inuit saisonal nur sehr begrenzt frische pflanzliche Nahrung zur Verfügung stand, z. B. in Form von Blüten, Seetang (Kelp), grünes Blattgenüse grünes Blattgemüse und Beeren. Dennoch werden diese pflanzlichen Lebensmittel von den Inuit auch durch Trocknung oder Einfrierung bzw. Fermentation haltbargemacht und eingelagert. Auf diese Weise können sie ihre von tierischen Produkten dominierte Nahrung ganzjährig mit pflanzlicher Kost ergänzen.

An tierischer Nahrung essen die Inuit hauptsächlich Wal- und Robbenfleisch, davon insbesondere die Innerein wie z. B. die Leber und die Nebennieren sowie bestimmte Hautschichten. Dadurch sichern sich die Inuit ihren Bedarf an Vitamin C. Stämme, die keinen Zugang zu Meerestieren haben, garantieren sich durch den Verzehr der Nebennieren und der Magenwand der erlegten Wildtiere ihren Vitamin-C-Bedarf.

Ausserdem essen sie Gehirn, Herz, Knochenmark, Leber und sogar die Hoden des erlegten Wilds. In diesem Zusammenhang ist den Inuit anscheinend bewusst, dass sie sich mit dem hauptsächlichen bzw. ausschliesslichen Verzehr des mikronährstoffarmen Muskelfleisches, wie es Teil des westlichen Lebensstils ist, schwere Mangelkrankheiten einhandeln könnten, die letztlich auch lebensbedrohlich sind.

Die Inuit verfüttern infolgedessen den Grossteil des Muskelfleisches an ihre Hunde und machen sich selbst über die rohen Innereien her. Zum Teil kratzen sie auch Moose von Steinen oder essen den Mageninhalt von Elchen, um an pflanzliche Lebensmittel und bestimmte Vitamine und Mineralien zu gelangen.

 

2.)    Der Paleo-Lifestyle der Kitavi

Der Lebensstil von noch urzeitlich lebenden Völkern in tropischen Gefilden weicht in einigen Punkten stark von Populationen ab, die in Polarregionen leben. Der Anteil tierischer Nahrung sowie die Gesamtkalorienaufnahme sind hier insgesamt geringer, während der Kohlenhydratanteil deutlich höher ist – nicht zuletzt aufgrund des reichen Früchte- und Gemüseangebots in den Tropen.

Naturvölker haben intuitiv gelernt, ihre Ernährung bedarfsgerecht an ihre Umweltfaktoren anzupassen: So müssen Tropenbewohner Vitamin D nicht – wie die Inuit – mit der Nahrung aufnehmen, da sie täglich einer ausreichenden Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind und ihr Körper daher Vitamin D selbst produzieren kann. Auch ist ihr Energieverbrauch durch die höheren Aussentemperaturen niedriger.

 

Detailliert unterscheidet sich daher der Lebensstil der Kitavi aus Papua-Neuguinea von dem der Inuit in folgenden Punkten:

  • Die Kitavi haben ganzjährigen Zugang zu frischer pflanzlicher Nahrung.
  • Da sie weniger tierisches Protein zu sich nehmen, ist ihr benötigtes Bewegungspensum niedriger, sie sind eher moderat als intensiv körperlich aktiv2
  • Ihre Ernährung enthält reichlich gesättigte Fette in Form von Kokosfett sowie ausreichend Omega-3-Fettsäuren durch das Essen von Meeresfrüchten und Fisch
  • Sie verzehren Kohlenhydrate in Form von Gemüse, Wurzeln und Knollen (Süsskartoffeln, Maniok, Yamswurzel, Taro/Wasserbrotwurzel, Bananen etc.). Das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren beträgt 1:2 (Werte in westlichen Industrienationen: ca. 10:1 bis 25:1).
  • Einem Interview mit einem Kitavi zufolge werden täglich 2 grössere Mahlzeiten verzehrt: Morgens grünes Blattgemüse und Wurzeln in Kokosfett und Salz gebraten. Abends dasselbe mit Zugabe von Fisch und Meeresfrüchten, die mitsamt ihrer Innereien zubereitet werden. Dazwischen werden Früchte und junge Kokosnüsse gegessen.

 

Schlussfolgernd lässt sich festhalten, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Bluthochdruck, Akne, Demenz, Übergewicht sowie andere chronisch-degenerative Erscheinungen bei den Kitavi quasi unbekannt sind, jedoch auftreten, sobald sie die westliche Lebensweise übernehmen. Dies ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass diese westlichen Krankheiten nicht genetisch, sondern durch Umweltfaktoren und Lebensstil bedingt sind.